aus der Zeitung " Sozial Technik - technische und wirtschaftliche Fragen der Industrie " Jahrgang 1919

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Beitrag  Andi am Di 09 Aug 2016, 13:24

Zur Unfallverhütung beim Kuppelungsdienst an schmalspurigen Förderbahnwagen.*) Von Regierungsbaumeister a. D. Philipp,
Tiefbau-Berufsgenossenschaft.


Beim Kuppeln der bekannten kleinen Rollwagen, die dem Erdmassen- bzw. Gütertransport auf schmalspurigen Gleisen dienen, ereignen sich ständig viele und zum Teil recht schwere Unfälle! Die maßgebende sozialtechnische Literatur besitzt meines Wissens nichts über die Frage, wie diesen wirksam entgegen getreten werden kann. Selbst in dem mustergültigen großen Werke über Unfallverhütung und Betriebssicherheit, das der Verband der deutschen Berufsgenossenschaften 1910 herausgab, ist 'die Frage kaum gestreift. W ir lesen dort nichts weiter als: „Die beim Kuppeln der Wagen in Baubetrieben bestehende Unfallgefahr kann nicht durch irgend welche Schutzvorrichtungen sondern nur durch Aufmerksamkeit der damit beauftragten Arbeiter umgangen werden“ (S. 297) und „Mehrere Loren müssen auf eine jede Gefahr ausschließende Weise untereinander verkuppelt werden können. Eine einfache und zweckmäßige Konstruktion zeigen die Figuren 147 a bis c in geschlossener und offener Stellung und beim plötzlichen Zusammenstoß zweier Wagen.“ (S. 174.) In den Normal-Unfallverhütungsvorschriften des Verbandes der Deutschen Berufsgenossenschaften finden wir nur eine hierauf bezügliche Stelle. Paragraph 13 des Abschnittes X, Gleis-, Seil- und Kettenbahnen lautet: „Wagen dürfen erst an- und abgekuppelt werden, wenn sie stillstehen.“ Nun gibt aber das im letzten Jahrzehnt geradezu riesige Anwachsen der Verwendung des Förderbahntransportes, der nun wohl fast in allen Gewerben Eingang gefunden hat, der planmäßigen Verhütung seiner Unfälle eine ganz besonders große Bedeutung. Es handelt sich nicht mehr um Fragen nur des Bergbaues und des Tiefbaugewerbes. Dies um so mehr, als durch den Krieg in unserer Industrie, in Land- und Forstwirtschaft, in den gewerblichen Gro߬ *) Sonderdrucke dieser Abhandlung können vom Verlag Albert Seydel in Berlin W . 66, Buchhändlerhof 2, bezogen werden und zwar einzelne Exemplare zum Preise von je 1 M., 50 Exemplare für 35 M. und 100 Exemplare für 60 M. Bei Bedarf einer größeren Anzahl wolle man zunächst Preis einfordern. betrieben aller Art immer mehr und mehr Förderbahntransportanlagen entstanden sind; und durch das Ende des Krieges entstehen immer noch mehr solcher Anlagen, denn Riesenmengen von Fördergleis sind frei geworden und der Krieg ließ ja jede.n die Vorzüge des Förderbahntansportes erkennen. Der Tiefbau hat sich als eins der ersten Gewerbe, in dem der Förderbahntransport besondere Bedeutung erlangte, durch seine Berufsgenossenschaft schon immer in ganz besonderem Maße mit der Verhütung der Unfälle im Förderbahnbetrieb befaßt. Im Nachstehenden soll unter Zugrundelegung der Erfahrungen und der Unfallverhütungsvorschriften der TiefbauBerufsgenossenschaft*) zunächst nur zur Unfallverhütung beim Kuppelungsdienst berichtet werden. Im allgemeinen sind drei Arten der Unfälle beim Kuppelungsdienst zu erkennen. 1. Viele Verletzungen treten ein durch Ausgleiten des die Kuppelung ausführenden Mannes, was seinen Grund in der durch Regen, Eis oder infolge anderer Ursachen entstandenen Schlüpfrigkeit des Gleiskörpers hat oder in persönlicher Ungeschicklichkeit oder darin, daß das Ankuppeln der Wagen oder deren Abkuppeln ausgeführt wird, wenn der Zug entweder noch oder schon wieder in Bewegung ist. Oft ist es in letzteren Fällen Fahrlässigkeit der anderen Zugmannschaften, mangelndeSignaldisziplin, auf die sich deshalb mehrere Paragraphen der U. V. V. d. T. B. G. (Abschnitt A §§ 22, 44, Abschnitt B §§ 21 und 22) beziehen. Manche Unfälle solcher Art ereignen sich auch als Folge des entgegen den U. V. V. d. T. B. G. zu gering bemessenen Abstandes des Gleises von benachbarten Gleisen, Baulichkeiten, lagernden Baustoffen usw. Vergl. U. V. V. d. T. B. G., Abschnitt A § 19. Gegen Unfälle all dieser Art, die also nicht beim eigentlichen Geschäft des Kuppelns eintreten, und die Ueberfahren, Knochenbrüche, Verletzungen schwerster Art, auch den Tod zur Folge haben können und leider oft auch haben, ist naturgemäß konstruktiv nichts möglich. Die Verhütung solcher Unfälle kann außer aus sachgemäßer Aufsicht nur bestehen aus *) Künftighin abgekürzt: U. V. V. d. T. B. G. 12. Heft SOZIAL-TECHNIK 153 sachgemäßer und übersichtlicher Qieisanordnung, aus Erhaltung guter Begehbarkeit des Streifens unmittelbar am Qleis und aus der strengen Durchführung der Forderung, zum Kuppelungsdienst, als einem mit erheblicher Gefahr verbundenen Dienst, nur gewandte und besonders zuverlässige, im Kuppelungsdienst eingehendst unterwiesene Arbeiter zu verwenden. Recht wertvoll ist auch die Vorschrift der T. B. G., daß das Kuppeln nur von den damit beauftragten Arbeitern vorgenommen werden darf. Vergf. U. V. V. d. T. B. G., Abschnitt A §§ 7 und 43 und Abschnitt B § 20. • 2. Häufiger sind die Unfälle, bei denen die Verletzten mit den Händen bzw. Fingern zwischen die einzelnen Teile der Kuppelungsvorrichtungen (Ketten, Bügel, Haken usw.), also an unrechte Stellen gegriffen und hierbei Quetschungen erlitten haben. Nicht immer ist Ungeschicklichkeit der Grund, oft ist es Uebereifer, es wird zu rasch, vorzeitig zugegriffen, oft ist es auch Faulheit, Abgelenktsein, Leichtsinn, es wird zu spät zugegriffen. Natürlich kann auch hier wie bei 1 mangelnde Disziplin der anderen Zugmannschaften den Unfall verursachen oder sein Zustandekommen begünstigen. Gegen diese Unfälle infolge Unrechten Greifens gibt es ebenfalls keine konstruktiven Vorbeugungsmittel, wohl aber ist ihre Zahl bereits ganz wesentlich herabgesetzt worden durch die Verbesserung der einzelnen Kuppelungsarten und durch das Ausmerzen einzelner besonders unglücklicher Konstruktionen Durch die Verbesserungsbestrebungen, die eine Unzahl neuer Erfindungen zeitigten, hat sich erwiesen, daß die Unfallmöglichkeit um so geringer ist, je einfacher und übersichtlicher die Kuppelungen gebaut bzw. zu bedienen sind. Die vielen Erfindungen zu besprechen, würde im Rahmen dieser Abhandlung zu weit führen, doch sei gesagt, daß viele nicht befriedigen. Vielfach ist sowohl ihre Bauart als auch ihre Bedienung nicht einfach genug; die T. B. G. schreibt deshalb vor, daß die Kuppelungsvorrichtungen leicht zu handhaben sein müssen. (Abschnitt A § 26.) Bei der Beurteilung von Kuppelungen ist ja nun nicht bloß die leichte und möglichst gefahrlose Bedienbarkeit von Bedeutung; das Verhalten der Kuppelung während der Fahrt, die Unmöglichkeit der Selbstlösung, ist im Interesse der Betriebssicherheit von derselben Wichtigkeit, denn die Betriebssicherheit ist ebenfalls eine der Hauptforderungen der Unfallverhütung. Eine gute Kuppelung muß schließlich auch so gebaut sein, daß sie möglichst keine leicht verbiegbaren Teile besitzt, auch keine Teile, die sich im Laufe der Zeit lösen und verloren gehen können. Eine gute Kuppelung soll so sein, daß sie möglichst wenig Wartung braucht und die Beschaffung von Ersatzteilen nie nötig wird. Erfahrungsgemäß unterbleibt letztere nämlich in der Regel, ebenso die Wartung (Schmieren von Spindeln, Reinigen von Gewindegängen, Verschraubungen, die nur zu leicht festrosten, Festziehen von Muttern usw.). Was nutzen dann die sinnreichsten Konstruktionen? Schlecht gewartet und schadhaft geworden wenden sie den anfänglichen Nutzen ins Gegenteil. Von den vielen Kuppelungsarten am besten bewährt hat sich unter Beachtung vorstehender Gesichtspunkte nach der Ansicht vieler die sog. Dreigliederketten-Kuppelung; sie ist sehr einfach, besitzt keine feinen Teile und ist sehr leicht zu handhaben. 3. Eine dritte Unfallsart ist, daß der die Kuppelung bedienende Arbeiter von den Puffern gequetscht wird, wogegen es bis auf einen Fall ebenfalls keine konstruktiven Vorbeugungsmittel gibt. Die Zahl solcher Unfälle kann aber in hohem Maße herabgesetzt werden und ist auch Dank eifriger Hinweise der technischen Aufsichtsbeamten bereits wesentlich verringert worden dadurch, daß man die Kupplungen von oben bedient mit nach unten offener Hand. Geschieht das Kuppeln nämlich umgekehrt, also von Fig.. 41. unten mit nach oben offener Hand, so wird in der Mehrzahl der Fälle der Arbeiter die Hand und meist auch den Unterarm, wenn auch nur ganz vorübergehend, zwischen die Puffer bringen und sie so der Gefahr des Gequetschtwerdens aussetzen. Das ist auch deshalb besonders gefährlich, weil er durch die gebückte Stellung und die gezwungene Lage seines Armes in der Bewegungsfreiheit nicht nur der Hand und des Armes sondern seines ganzen Körpers beschränkt ist. S. Fig. 41. . Bei einpufferigen Wagen ist die Gefahr, wie leicht einzusehen ist, wesentlich geringer als bei Wagen mit Doppelpuffern. Betreffs letzterer fordern die U. V. V. d. T. B. G., daß die Entfernung zwischen dem Puffer¬ 154 SOZIAL-TECHNIK 12. Heft ende und der Stirnwand des Wagens so groß sein muß, daß der Arbeiter mit seinem Oberkörper zwischen zwei Wagen zur Bedienung der Kuppelung genügend Platz findet (Abschnitt A § 25), was in dem in Fig. 42 dargestellten Falle nicht zijtrifft. Von den Unfällen der fraglichen dritten Art nehmen diejenigen eine Sonderstellung ein, die die andere Hand, also die die eigentliche Kuppelungsarbeit nicht leistende Hand betreffen. Ueber diesen Sonderfall soll deshalb eingehender berichtet werden. Das Verhalten des in Figur 43 dargestellten Arbeiters ist betreffs des eigentlichen Kuppelungsvorganges richtig. Er hat die Kuppelung richtig von oben mit nach unten offener Hand erfaßt und stützt sich hierbei mit der anderen Hand zur ErleichFig. 42. terung seiner Arbeit, was wohl jeder andere ebenso tun würde, auf den Puffer des anderen Wagens. Deutlich genug ist aber zu erkennen, daß er hierbei unvorsichtigerweise den Daumen an die Stirnfläche des Puffers gelegt hat, der so beim Aneinanderstoßen der Wagen gequetscht werden muß. Gegen diese eine Gefahr beim Kuppelungsdienst hat man ein konstruktives Vorbeugungsmittel gefunden. Es besteht darin, daß nicht zu niedrige Querleisten auf den Pufferenden aufgebracht werden je in solchem Abstande von der Vorderkante des Puffers, daß die Hand des Kupplers zwischen Leiste und Vorderkante keinen Halt finden kann sondern nur hinter oder auf dieser Leiste. S. Fig. 44. Von der T. B. G. wurde die Anbringung solcher Handleisten seit langem empfohlen; sie wird seit 1918, seit dem Inkrafttreten ihrer neuen U. V. V. in deren Abschnitt A, Paragraph 23 gefordert. Die Erfahrung hat nun gezeigt, daß solche Handschutzleisten aus Holz nicht immer genügen; sie splittern, Fig. 43. wenn nicht gerade Eiche genommen wird, bei Entgleisungen zu leicht ab, ebenso wenn, was sich oft nicht vermeiden läßt, die Wagen sich aus ihrer Stellung verschieben (namentlich beim Baggerbetrieb), und die Puffer hierbei ähnlich wie bei Entgleisungen auf einander geraten. Zeisre JZangbaum Fig. 44. Dagegen haben sich neuerdings eiserne Schutzvorrichtungen sehr bewährt, auf ihre baldigste allgemeine Einführung müßte, soweit die Wagenkon- ,struktionen es zulassen, von allen beteiligten 12. Heft SOZIAL-TECHNIK 155 BerufsgenossenschaftengroßerWert gelegt werden. Die eiserne Schutzvorrichtung besteht darin, daß man das Schutzblech (Eisenblechbeschlag) der PufferstirnFig. 45. der Bdienungesmannschaften und auf das Verbot gefährlicher Kuppelungsarten bzw. auf die strenge Durchführung der Forderung auf entsprechende Abänderung oder auf Ersatz durch eine bessere Konstruktion. Die Betrachtungen haben aber auch des weiteren dargetan, und das ist mit der Hauptzweck dieser Zeilen, daß die belehrende Tätigkeit des technischen Aufsichtsbeamten und die dadurch ausgelöste gleiche Tätigkeit der ständigen örtlichen Bauaufsicht gerade bei den Kuppelungsunfällen von besonders großer Wichtigkeit ist. Bei Unterlassung dieser Belehrung dürfte eher von Unfallförderung als von Unfallverhütung geredet werden können. Man kann sagen: die Unterweisung der Aufsichtführenden und der Arbeiter ist die nötigste Vorbeugungsmaßnahme gegen Kuppelungsunfälle; sie bleibt auch dann nötig, wenn die Unfallmöglichkeit durch Ersatz einer mangelhaften Kuppelungsart durch eine bessere wesentlich verringert worden ist. Wer den Kuppelungsdienst aus eigener Anschauung kennt, weiß auch, daß es für die meisten der Arbeiter durchaus nicht selbstverständlich ist, die Kuppelung von oben her mit nach unten offener Hand zu erfassen; er-weiß auch, daß die Mehrzahl der Arbeiter sich überhaupt nicht dessen bewußt ist, daß der Kuppelungsdienst ein besonders gefährlicher Dienst ist usw. Sich in diesen Dingen ganz auf den sogenannten „gesunden Sinn“ der Beteiligten zu verlassen, heißt fahrlässig sein! Wie schon früher als ausführender Ingenieur hatte ich auch während des Krieges im Felde und zwar als Führer von Eisenbahn-Formationen oft Hunderts von Kippwagen unter mir, darunter solche ältester Bauart (man mußte nehmen, was man bekam), viele Wagen mit recht minderwertigen Kuppelungsvorrichtungen. Ich hielt deshalb in besonders hohem Maße auf gute Auswahl der Zugmannschaften, deren Verantwortung und Bedeutung für den ganzen Baufortschritt ich allen klarlegte. Ich unterwies sie meist selbst über alle Gefahren ihres Dienstes und habe Fig. 47. fläche zum Fingerschutz heranzieht, indem man es umbördelt und als Griffwulst ausbildet. S. Fig. 45. Fig. 46. Noch besser ist es aber, einen besonderen, etwa 5 cm breiten und 6 mm starken Flacheisenbügel zu verwenden. S. Fig. 46. Zur Befestigung dieses Bügels kann man die Schrauben mitbenutzen, die den zum Festpressen des Schutzbleches umgelegten Ring zu halten haben. Solche besonderen Bügel können stärker, widerstandsfähiger gegen Verbiegen und Zerstörung gebaut werden, als dies bei der vorher beschriebenen Anordnung (Umbördeln des Pufferstirn-Beschlags) möglich ist. Leider ist die Anbringung dieser einen möglichen Schutzvorrichtung nur an einer beschränkten Zahl von Transportwagenarten m öglich. — Das Ergebnis der Betrachtungen läßt sich dahin zusammenfassen, daß es nur gegen einen Teil der Gefahren des Kuppelungsdienstes Schutzvorrichtungen gibt; im übrigen sind die Vorbeugungsmaßnahmen beschränkt auf die Belehrung, auf gute Auswahl 156 SOZIAL-TECHNIK 12. Heft eigentlich stets dankbare Ohren gefunden. Ich erklärte ihnen auch andere unfallverhütungstechnische und betriebswirtschaftliche Sachen und viele versicherten mir, daß durch die Beobachtung all dieser vielen Kleinigkeiten der Dienst für sie an Gleichförmigkeit verloren habe, ja zeitweilig interessant sei, da die Belehrungen ihnen Anregung zum Nachdenken gegeben hätten. Nimmt es ein technischer Aufsi.chtsbeamter mit dieser Belehrungspflicht recht genau, und geht er mit der erforderlichen Ausdauer vor, so müßte er bald ebensolche gute Erfolge sehen, wenn er die Zeit hätte, die Betriebe öfter, in kurzen Zeitabständen, zu prüfen; die Prüfungen finden aber in der Mehrzahl der Fälle jährlich nur einmal statt, und recht viele Betriebe sieht der technische Aufsichtsbeamte noch seltener. — Unter den vielen Wagen, die mir im Felde zur Verfügung gestellt wurden, waren oft auch solche mit beschädigten Kuppelungsvorrichtungen, oft auch solche ohne jede Kuppelungsvorrichtung. Ein besonders schönes Beispiel zeigt Fig. Nr. 47, einen Bremswagen unmittelbar nach Eingang. Man beachte auch die gewaltige Abnutzung- des einen Achsschenkels des links alleinstehenden Radsatzes. Auf den Baustellen der anderen Formationen, von denen die Wagen kamen, waren sie trotz der Fehler benutzt worden, man hatte die Kuppelungen einfach durch Draht, Ketten oder sonstwie ersetzt. Ich glaube, und zwar sicher mit vielen anderen, daß solche stümperhafte Behelfsmittel oft zu Unfällen geführt haben müssen, daß sie wohl auch durch die Umständlichkeit der Handhabung die Arbeitsfreudigkeit drückten. Ich dagegen ließ die vielen Patienten »unter den Wagen sofort zur Schmiede bringen zu ihrer Instandsetzung. Auf gute Einrichtung und Besetzung der Schmiede, vor allem auf genügend zahlreiche Besetzung, legte ich im Gegensatz zu anderen* immer größten Wert. Mit Recht! Hier ist jetzt der Platz, auf die große Bedeutung hinzuweisen, die eine gute Bauschmiede hat für die Unfallverhütung auf Baustellen. Die Bauschmiede ist gewissermaßen eine Klinik für Werkzeuge und Geräte und die Erkenntnis solcher ihrer Bedeutung für die Unfallverhütung ist meines Erachtens von großer Wichtigkeit. Diese Klinik muß aber auch dem Umfang der Baustelle entsprechend auf der Höhe sein; hierauf müssen die technischen Aufsichtsbeamten stets ihr Augenmerk haben. Eine gute Bauschmiede fördert auch die Betriebssicherheit, ja sie ist geradezu Bedingung für die Betriebssicherheit. Da nun bei guter Betriebssicherheit die Unfallmöglichkeit wesentlich geringer ist, so dient die Bauschmiede auch, wenn auch nur mittelbar, in ihrer Arbeit für die Betriebssicherheit der Unfallverhütung. Beim Vorhandensein einer guten Bauschmiede ist dadurch, daß viele Betriebserschwernisse und Störungen sofort behoben werden können, auch der Arbeitsfortschritt ein rascherer, somit auch der Unternehmergewinn größer, Leider sind viele kleine Unternehmer über diese Zusammenhänge völlig im Unklaren! Daß ich über die Bedeutung der Bauschmiede nun gerade im Zusammenhang mit den Kuppelungsunfällen geschrieben habe, mag zunächst manchem wundernehmen und gesucht erscheinen. Wer aber weiß, wie oft bei manchen Kuppelungsarten Wiederinstandsetzungen nötig sind, wie oft Haken abgerissen werden oder doch locker geworden sind, wie oft Ketten oder einzelne Glieder derselben ersetzt werden müssen, desgleichen Steckbolzen usw., der erkennt den Zusammenhang, und daß die gute Schmiede sicher auch ihren Anteil am Verdienst hat, wenn in dem betreffenden Förderbahnbetrieb Kuppelungsunfälle ausbleiben oder nur selten Vorkommen.

Andi
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